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EARTH

In the art historical context, the term "Sublime" refers to a painting style that emerged in the late 18th and early 19th centuries, characterized by impressive depictions of nature. These representations often included dramatic landscapes, stormy weather, and natural disasters such as storms, waterfalls, and volcanic eruptions. The Sublime evolved as a response to the emphasis on reason and rationality during the Enlightenment, aiming to evoke emotions and a sense of awe in the observer.

In many instances, the Sublime was utilized to convey themes of power, grandeur, and the apparent insignificance of human existence compared to the power of nature. Artists working in this style, including C.D. Friedrich and W. Turner, sought to capture the raw power and beauty of nature.


The composition titled "Earth" incorporates this art historical concept and places it in a contemporary context. This artwork is the result of several years of development, beginning with the creation of a 3D model with a central perspective. In an initial phase, a scene was crafted with a central road running through the city, aligned on an axis with the volcano. This model underwent multiple iterations.


The subsequent decision to position the train tracks in the center of the image, rather than just depicting them as crossing railroad crossings, injected a new dynamism into the composition. The railroad workers in the foreground were added during the development, enhancing the ambiguity of the overall image: a human emergency brake as a reaction to a natural disaster stages a current societal theme.


The anonymized railroad workers act as the sole human subjects in the foreground, caught in a tension between human agency and submission to a natural catastrophe. Their exact role remains unclear – whether their presence is meant to halt the train or if, in response to the impending natural disaster, they aim to bring the train to a stop. But where do people intend to escape in the face of such a threat? Or is the volcano distant enough? Currently, only a portion of the sky is veiled in smoke, and the otherwise almost cloudless evening sky drapes the city in a gentle light.


In the upper part of the image, action predominates, while the densely populated city with its bridges and skyscrapers in the lower half assumes a different character. The tunnel-ridden and overgrown railroad embankments appear to erode civilization once again and surrender it to natural decay; here, the ambivalence between human creation and the unstoppable course of nature is reflected.


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Im kunsthistorischen Kontext bezieht sich der Begriff "Erhabenen" (engl. Sublime) auf einen Malereistil, der im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert entstand und durch eindrucksvolle Naturdarstellungen gekennzeichnet war. Diese Darstellungen umfassten oft dramatische Landschaften, stürmisches Wetter sowie Naturkatastrophen wie Stürme, Wasserfälle und Vulkanausbrüche. Das Erhabene entwickelte sich als Reaktion auf die Betonung von Vernunft und Rationalität während der Aufklärung und zielte darauf ab, Emotionen und ein Gefühl der Ehrfurcht beim Betrachter zu erzeugen.

In zahlreichen Fällen wurde das Erhabene genutzt, um Themen wie Macht, Erhabenheit und die scheinbare Bedeutungslosigkeit der menschlichen Existenz im Vergleich zur Macht der Natur zu vermitteln. Künstler, die in diesem Stil arbeiteten, versuchten, die raue Kraft und die Schönheit der Natur einzufangen, darunter Künstler wie C.D. Friedrich und W. Turner.


Die Montage mit dem Titel "Erde" greift diesen kunsthistorischen Begriff auf und führt ihn in einen zeitgenössischen Kontext. Das Kunstwerk ist das Resultat einer mehrjährigen Entwicklung, die mit dem zentralperspektivischen Aufbau eines 3D-Modells begann. In einer ersten Phase wurde eine Szenerie erschaffen, in der eine zentrale Strasse die Stadt durchzog und auf einer Achse mit dem Vulkan lag. Dieses Modell durchlief mehrere Iterationen.


Die spätere Entscheidung, die Zuggleise in die Mitte des Bildes zu platzieren, anstatt ihn lediglich als querende Bahnübergänge zu zeigen, verlieh der Komposition eine neue Dynamik. Die Bahnarbeiter*innen im Vordergrund wurden im Verlauf der Entwicklung eingefügt und verstärken die Ambiguität des Gesamtbildes: Eine menschliche Notbremsung als Reaktion auf eine Naturkatastrophe setzt ein aktuelles gesellschaftliches Thema in Szene.


Die anonymisierten Bahnarbeiter*innen agieren im Vordergrund als einzige menschliche Subjekte im Bild und stehen in einem Spannungsverhältnis zwischen menschlicher Handlungsfähigkeit und dem Unterworfensein gegenüber einer Naturkatastrophe. Ihre genaue Rolle bleibt unklar - ob sie durch ihre Anwesenheit den Zug aufhalten oder ob sie als Reaktion auf die drohende Naturkatastrophe handeln und den Zug zum Stehen bringen wollen. Doch wohin wollen die Menschen angesichts einer solchen Bedrohung fliehen? Oder ist der Vulkan weit genug weg? Noch ist nur ein Teil des Himmels in Rauch gehüllt, und der ansonsten fast wolkenlose Abendhimmel hüllt die Stadt in ein sanftes Licht.


Im oberen Bildteil dominiert das Geschehen, während die dicht besiedelte Stadt mit ihren Brücken und Hochhäusern in der unteren Bildhälfte einen anderen Charakter annimmt. Die von Tunneln durchzogenen und überwucherten Bahndämme scheinen die Zivilisation erneut zu erodieren und dem natürlichen Zerfall zu überlassen; hier spiegelt sich die Ambivalenz zwischen menschlichem Schaffen und dem unaufhaltsamen Lauf der Natur.

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